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Schillers ominöses Medikament – Eine anonyme Sachspende gibt der Klassik-Stiftung Rätsel auf

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Im August 2019 wurde der Klassik Stiftung Weimar eine Medikamentendose aus dem Besitz Friedrich Schillers übergeben, Diese wird seitdem umfassend untersucht.
Friedrich Schillers Wohnhaus in Weimar gehört zu den rund 30 Museen und Städten, die durch die Klassik Stiftung Weimar betreut werden. Erst kürzlich wurde der Stiftung eine mutmaßlich über 200 Jahre alte Medikamentenschachtel aus dem Nachlass Schillers ausgehändigt. Laut der anonymen Spenderin sei eine ihrer Vorfahrinnen Dienstmagd bei den Schillers gewesen und habe die Dose offensichtlich an sich genommen. Seitdem sei die Dose innerhalb der Familie weitervererbt. Nun sei jedoch der Zeitpunkt gekommen, die Dose der Forschung und den Besuchern des Schiller Wohnhauses zugänglich zu machen.

Seitdem wurde das unverhofft aufgetauchte Fundstück durch Experten im Auftrag der Stiftung intensiv begutachtet. So könnte die Dose unter Umständen neue Details zur Krankengeschichte bzw. unklaren Todesursache des Dichters offenbaren. Bislang konnte jedoch noch nicht einmal die Echtheit der Dose zweifelfrei festgestellt werden. Dazu Bettina Werche, Leiterin der Dichterhäuser der Klassik Stiftung: „Es ist sehr glaubhaft, alles spricht dafür, nichts dagegen.“ Das Dekor der Dose deutet auf eine Provenienz aus Hoffmanns Apotheke in Weimar hin deren Existenz zu Schillers Lebzeiten als gesichert gelten darf. Die Dose selbst datiert nach ersten Expertenmeinungen zwischen 1799 und 1805. Was der Dosendeckel bereits verrät: Offensichtlich legten Apotheker im ausgehenden 18. Jahrhundert nicht allzu großen Wert auf Diskretion. So finden sich auf der Oberseite neben – bedauerlicherweise unleserlichen – handschriftlichen Vermerken Hinweise zur Einnahme der Medizin; und der Klarname des bereits zu Lebzeiten prominenten Patienten. „Herrn Friedrich von Schiller. Täglich ein bis zwei Messerspitze voll im Wasser zu nehmen.“ Eine umfassende Untersuchung auf etwaige Rückstände heilender Substanzen steht bislang noch aus, wird von Fachleuten jedoch als äußerst kompliziert eingeschätzt. Dadurch ließen sich neben medizinhistorischen Erkenntnissen über den zeitgenössischen Einsatz von Wirkstoffen jedoch lediglich weitere Mutmaßungen über Schillers Leiden anstellen. Selbst wenn die genaue Ursache für Friedrich von Schillers frühen Tod weiterhin ebenso rätselhaft wie der Verbleib seines Schädels bleibt: Schillers literarisches Schaffen ist bekanntermaßen bestens erhalten geblieben.  Für Schiller-Liebende (Pharmazeuten) ist die neu aufgetauchte Medikamentendose ein weiterer Grund, der Ausstellung in Schillers Wohnhaus bei nächster Gelegenheit einen Besuch abzustatten.  

Wissenswertes zu Schillers Wohnhaus in Weimar
  • Typus: Dichterwohnhaus
  • Träger: Klassik Stiftung Weimar
  • Schwerpunkte: Atmosphäre des Schaffens, Wohnens und Haushaltens in Schillers Wohnhaus
  • gegründet: 1847; Schillermuseum als Anbau 1988
  • Ausstellungsfläche: 390 m2
  • Besucher/Jahr: 70.000
  • Öffnungszeiten: Di-So von 9.30-18 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei
  • Audio-Guide: für Kinder und Erwachsene kostenlos
  • Adresse: Schillerstraße 12, 99423 Weimar

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