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Wegbereiterin für Apothekerinnen in Deutschland – Magdalena Neff

  Newsletter-Artikel
Deutschlands erste approbierte Pharmazeutin Magdalena Neff gilt in vielerlei Hinsicht als Pionierin in einem Berufszweig, in dem heute mehrheitlich Frauen arbeiten.
Der Frauenanteil in der deutschen Apothekerschaft überwiegt mittlerweile deutlich. So waren Ende 2017 von den insgesamt 64.379 berufstätigen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in Deutschland rund 70 Prozent weiblich. Noch dominanter ist der Frauenanteil bei den Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) und den Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA), wo er bei über 97 Prozent liegt. Einer der Gründe für die Beliebtheit des Arbeitens in der Apotheke ist die überaus zeitgemäße Arbeitsweise, die vielfach die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, ermöglicht. Dabei wurde Frauen der Zugang in die Pharmazie lange verwehrt und die erste Approbationsurkunde für eine Frau in Deutschland erst 1906 verliehen.

Magdalena Neff absolvierte von 1904 bis 1906 ein Pharmaziestudium an der Technischen Hochschule ihrer Geburtsstadt Karlsruhe, erlangte schließlich das Examen als „Apothekerin mit Auszeichnung“. Die Tochter eines Bäckers wurde unter ihrem Mädchennamen Meub am 9. Februar 1881 geboren und sollte im Rahmen ihrer Ausbildung gleich mehrfach absolutes Neuland betreten. Sie besuchte das erste deutsche Mädchengymnasium in Karlsruhe überhaupt, das sie schließlich 1899 mit Abitur abschloss. Anschließend wurde sie Deutschlands erster weiblicher Apothekerlehrling in einer Apotheke im nahegelegenen Elzach. Obwohl offiziell bereits 1899 mit der Zulassung von Frauen zum Pharmaziestudium ein Damm gebrochen war, dauerte es trotzdem noch sieben Jahre, bis mit Magdalena Neff die erste Frau in Deutschland das viersemestrige Studium mit Examen abschließen sollte.

Bereits während ihrer Lehrzeit machte sich Neff für die Belange weiterer angehender Pharmazeutinnen stark und gründete 1902 zusammen mit der Apothekengehilfin Sophie Wißmar eine Rundbriefaktion zum Austausch mit anderen Pharmazeutinnen in spe. Aus dem sogenannten "Apothekerinnenkränzchen", sollte der heutige "Bund deutscher Pharmazeutinnen" hervorgehen, in dem sich Neff während ihres gesamten Berufslebens über engagieren sollte.

Im Anschluss an ihr Studium heiratete Magdalena Meub die Liebe ihres Lebens, ebenfalls einen Apotheker. In ihrem Hochzeitsjahr 1906 erwarb das Ehepaar Adolf und Magdalena Neff die Löwenapotheke in Ehingen, die sie gemeinsam 48 Jahre lang führten. Zwei Jahre vor ihrem Tod, 1964, wurde ihr als der ersten approbierten Apothekerin in Deutschland und Wegbereiterin für Frauen in diesem Beruf mit der Lesmüller-Medaille die höchste Auszeichnung des Deutschen Apothekerbundes verliehen.

Literaturtipp:
Frauen in der Pharmazie: die Geschichte eines Frauenberufes,
herausgegeben von Gabriele Beisswanger

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Monika Karos, Pressekontakt PHARMATECHNIK Tel.: +49 8151 4442-562 Fax: +49 8151 4442-7800 Mail: m.karos@pharmatechnik.de

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