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Bunte Seite: Cannabis-Verdampfer: Worauf Apotheker achten sollten

  Newsletter-Artikel
Auch zwei Jahre nach Inkrafttreten des Cannabisgesetzes, das die Hanfabgabe aus medizinischen Gründen erlaubt, ist noch keine Routine in den Apotheken eingekehrt. Lieferengpässe bei Cannabisblüten oder umständliche Identitätsprüfungen sind nach wie vor ein Thema. Aber auch die Abgabe von Vaporisatoren, die zur Verdampfung der Hanfblüten verordnet werden, können eine Herausforderung darstellen. Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben und Retaxationen zu vermeiden, sollten Apotheker einige Regeln beachten.

Mit Hilfe eines Vaporizers können Patienten Cannabisblüten und -extrakte verdampfen und inhalieren. Dies hat gegenüber dem Rauchen den Vorteil, dass keine Schadstoffe wie Ammoniak, Stickstoffmonoxid oder Teer freigesetzt werden. Wichtig ist auch, dass sich bei den Verdampfungsgeräten die Temperatur stufenlos regeln lässt. Denn abhängig von der Temperatur ändert sich die Zusammensetzung des Inhalats.

Medizinische Vaporizer gelten als Applikationshilfen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden – eigentlich. Die Crux ist nämlich, dass medizinische Cannabis-Verdampfer, deren Apothekeneinkaufspreise zwischen 250 und 355 Euro liegen, bis heute nicht in den Hilfsmittelkatalog des GKV-Spitzenverbandes aufgenommen wurden. Die Geräte sind damit keiner Produktgruppe zuzuordnen, eine Präqualifizierung ist so nicht möglich. Auch Vertragspreise nach § 127 Absatz 1 oder 2 SGB V existieren nicht. Die Folge: Jede Krankenkasse stellt eigene Bedingungen zur Kostenübernahme.

Bei einigen Kassen ist in der Apothekensoftware bereits eine Hilfsmittelpreisvereinbarung zu finden. Manche Kostenträger verweisen auf Genehmigungsfreiheit für Vertragspartner, andere verlangen vorab einen Kostenvoranschlag. Doch selbst, wenn Apotheker alle Wünsche und Anforderungen der Krankenkassen befolgen, kann es zu Verunsicherungen kommen. Im konkreten Fall hat eine GKV die Kostenübernahme für einen Vaporisator nur unter dem Vorbehalt der Präqualifizierung genehmigt, die aber aus oben genannten Gründen gar nicht erfolgen kann.

Um Retaxationen zu vermeiden, sollten Apotheker deshalb Folgendes beachten:

Voraussetzungen für die Kostenübernahme eines Vaporisators ist immer, dass die Krankenkasse zuvor auch die Therapie mit Cannabisblüten genehmigt hat. Auch sollten die Apotheke sich genau an die Vorgaben der Krankenkassen, wie sie in der EDV vermerkt sind, halten. Wird ein Kostenvoranschlag verlangt, sollte die Antwort abgewartet werden.

Bestehen trotzdem Unklarheiten, empfiehlt sich der Griff zum Telefonhörer. Im konkreten Fall des Präqualifizierungsvorbehaltes hat die Krankenkasse dem Apotheker daraufhin versichert, dass er eine Retaxierung nicht befürchten muss. Und noch eine weitere Komponente spricht für die Vorteile des persönlichen Gesprächs. Manche Krankenkassen wollen lediglich den Einkaufspreis des Verdampfungsgeräts erstatten. Auch hier können Apotheker mit Verhandlungsgeschick durchaus etwas ausrichten.

 

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Monika Karos, Pressekontakt PHARMATECHNIK Tel.: +49 8151 4442-562 Fax: +49 8151 4442-7800 Mail: m.karos@pharmatechnik.de

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