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Medikamentendiebstahl in Italien: Zweite Fälschungswelle droht

Gestohlene, möglicherweise gefälschte Medikamente, die über kriminelle Umwege wieder den Weg in die normale Lieferkette gefunden haben: für Apotheken und ihre Kunden ein echter Albtraum. Jetzt anmelden

Beschreibung

Vor rund zwei Jahren schwappte eine große Welle gefälschter Importe auch nach Deutschland. Damals waren aus einer römischen Krankenhausapotheke große Mengen von Medikamenten gestohlen und danach auf illegalem Wege wieder in den legalen Absatzmarkt gelangt. Nachdem nun Ende Februar dieses Jahres offensichtlich wiederum größere Mengen von Medikamenten aus einem italienischen Krankenhaus entwendet wurden, droht binnen weniger Jahre hierzulande eine zweite Welle von illegal importierter Ware. Auch hier sind Fälschungen durchaus möglich, handelt es sich doch bei den Medikamenten vorwiegend um Artikel aus dem Hochpreissegment. Der Vorteil gegenüber der Situation von 2014: Mittlerweile funktioniert das EU-weit eingerichtete Frühwarnsystem in solchen Fällen deutlich konsequenter. Insofern stehen die Chancen gut, dass mögliche Risiken frühzeitig behoben werden können bzw. gar nicht erst entstehen.

Informiert wurden die EU-Staaten von der italienischen Aufsichtsbehörde AIFA bereits am 1. März von den Vorfällen. Zweieinhalb Wochen später folgte eine Meldung über weitere Diebstähle von Medikamenten aus einem Krankenhaus in dem 7000-Einwohner-Städtchen Camerino (Region Marken). Man vermutet hier jedoch, dass sie bereits im Januar dieses Jahres stattgefunden haben. Bei der Aufarbeitung des Falls wurden insgesamt 86 unterschiedliche gestohlene Medikamente verzeichnet; nicht ganz eindeutig ist bis dato, wie viele Packungen davon jeweils entwendet wurden. In beiden Fällen, so die Mitteilung der italienischen Behörden, könne ein Teil der Medikamente zum jetzigen Zeitpunkt wieder in den regulären Handel geraten sein.

Entsprechende Informationen zu Chargen und Verkaufseinheiten sind bereits vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an die Aufsichtsbehörden der jeweiligen Länder weitergegeben worden. Darüber hinaus wurde sowohl das Zoll- als auch das Bundeskriminalamt über die Vorfälle informiert. Zwar besteht nach wie vor die Befürchtung, dass ein Teil der gestohlenen Ware bereits über Parallelimporte nach Deutschland gelangt sein könnte, Hinweise, dass dies bereits geschehen ist, gibt es jedoch keine."

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