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Nostradamus: Kurioser Prophet – erfolgloser Pharmazeut

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Sägemehl von Zypressen, Gewürznelken, Kalmus, Schwertlilien und als wichtigste Zutat 300–400 Rosen am besten noch im Knospenzustand, also „vor dem Aufblühen gepflückt“: Das waren die Zutaten, aus denen er seine Lutschbonbons herstellen ließ.
Diese sollten damals im 16. Jahrhundert – man höre und staune – ihre Konsumenten davor schützen, von der Pest infiziert zu werden. Empfohlen hat diese Rezeptur Michel de Nostredame, der sich selbst den lateinischen Namen Nostradamus gab, und von dem die wenigsten wissen, was er von Beruf war: Apotheker. 

In dieser Funktion war er durchaus vielseitig aktiv und stellte unter anderem Pharmazeutika, Kosmetika und Konfitüren her. Berühmt wurde der Franzose jedoch weniger durch seine Hausrezepte als vielmehr durch seine vielzähligen Prophezeiungen, die seit nunmehr fast fünf Jahrhunderten durch die Menschheitsgeschichte geistern. Vor allem was die großen Katastrophen der Weltgeschichte betrifft, wird Nostradamus prophetisch ausgebeutet. Na klar, die Französische Revolution hat er vorausgesehen, die beiden Weltkriege sowieso, dazwischen den Aufstieg des Dritten Reiches, den Einsturz der Twin Towers infolge des Terroranschlags vom 11. September 2001, ja sogar die Abwahl von Kanzler Helmut Kohl im Jahr 1998 ließ sich seinen Poemen entnehmen.

Stimmt das wirklich? Ja, natürlich. Vor allem dann, wenn man sich seine zehn Gedichtsammlungen mit jeweils (fast) hundert vierzeiligen Gedichtchen so hinbiegt, wie man die Welt gerne sehen möchte. Die Sprache, in der sie von Nostradamus abgefasst wurden, das Altfranzösisch nämlich, lässt hierfür einen gewaltigen Interpretationsspielraum zu. Hinzu kommt seine blumige Sprache. Man vergleiche nur einmal die verschiedenen Übersetzungen von Nostradamusgedichten miteinander! Auch dass „Hister“ quasi ein Synonym für „Hitler“ sein soll, was Nostradamus seherische Gabe für viele einmal mehr zu bestätigen scheint, lässt sich sprachhistorisch rasch aus der Welt schaffen. Lateinisch „hister“ heißt zu Deutsch nichts anderes als „Donau“ und lässt laut Sprachkundigen im Werk von Nostradamus ausnahmsweise keinen Spielraum für historische Spekulationen. 

Wer bei Nostradamus-Texten immer noch nach einem speziellen Verschlüsselungscode sucht, der könnte sich bei anderen „Vorhersagen“ schwertun. So hatte der Meister weiland von einer „Goldenen Stadt“ schwadroniert, in der es einstmals brennen solle und „zwei Brüder ins Chaos fortgerissen würden“, was quasi den Beginn eines Dritten Weltkriegs einläuten würde.

Ein anderes Mal ging es um ein „tanzendes Pferd“, „neun Kreise“ und eine bevorstehende Apokalypse. Das „Tanzende Pferd“ wurde von einer glaubenswilligen Gemeinde schließlich dem Song „Gangnam Style“ des koreanischen Sängers Psy zugeordnet, was bei seinem Reiter imitierenden Tanzstil noch durchaus nachvollziehbar war. Abenteuerlich wurde es dann bei der Interpretation der „neun Kreise“ im Zusammenhang mit der Apokalypse. 

Irgendwann jedenfalls wurde einigen Leuten klar: Es  bedeute, dass das Weltenende mit dem einmilliardensten Klick (9 Nullen = 9 Kreise) auf das Youtube-Video von Psy erreicht wäre – was dann schließlich Ende Dezember 2012 tatsächlich der Fall war. Mittlerweile wissen wir: Die Apokalypse ist einmal mehr ausgefallen. Und nicht nur das. Wie sich herausstellte, hatte Nostradamus weder die Prophezeiung mit den beiden Brüdern in der goldenen Stadt noch die mit dem tanzenden Pferd jemals selbst in die Welt gesetzt. 

Ob er allerdings die tatsächlich von ihm stammenden Vierzeiler allesamt im Suff verfasst habe, wie manche seiner schärfsten Kritiker behaupten, ist nicht minder Spekulation. Teil der historischen Wahrheit ist dagegen, dass Nostradamus als Apotheker und Heiler wenig Erfolg beschieden blieb. Seinem pharmazeutischen Wissen fehlte dabei nicht nur die wissenschaftliche Grundlage, auch der praktische Erfolg blieb aus. So wurden anno 1535 trotz der von ihm kreierten Lutschbonbons seine Frau und beiden Kinder höchstwahrscheinlich von der Pestwelle erfasst und starben. 

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