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Apotheker im Spiegelbild: Zuversichtlich trotz Bürokratie und Nachwuchsmangel

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Ein klares „Ja“ zur Zukunft als freier Heilberufler: In einer vom Apothekerverband Nordrhein initiierten Untersuchung wollen 96 Prozent der befragten Apothekenleiter auch weiterhin als freie Heilberufler unabhängig in ihrer eigenen Apotheke arbeiten.
Das Ergebnis entspricht dem von vor acht Jahren und ist eine erneute Zustimmung zum Fremdbesitzverbot. Die Attraktivität des Apothekerberufs wird für einen Großteil der Befragten allerdings durch einen hohen bürokratischen Aufwand eingeschränkt. 
So waren in der vom Institut für Handelsforschung Köln durchgeführten Mitgliederbefragung 99 Prozent der Meinung, dass der Apothekenalltag durch Bürokratie behindert werde. 

Sehr negativ wurden auch Einschränkungen durch Retaxationen der Krankenkassen und die Umsetzung der Rabattverträge beurteilt. 96 bzw. 92 Prozent setzten hier ihr Kreuzchen.

Viele Apotheken bieten zur Kundenbindung kostenfreie Serviceleistungen an. 97 Prozent der Befragten waren sich in der aktuellen Umfrage jedoch darin einig, dass weitere Leistungen ohne zusätzliches Honorar aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht möglich seien. 

Kritisch sehen die meisten Apotheker auch den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. 96 Prozent der Befragten wünschen sich hier eine Reglementierung. 89 Prozent sind der Meinung, dass auch der Versandhandel im OTC-Geschäft eingeschränkt werden sollte.

Weitgehend einig waren sich die Apotheker auch bei der Frage, ob sie sich eine engere Zusammenarbeit mit Ärzten im Medikationsmanagement wünschten. 97 Prozent der Befragten stimmten mit „Ja“.

Trotz mancher Schwierigkeiten sieht die große Mehrheit die Zukunft der Apotheken positiv, zumindest im Hinblick auf deren wachsende Bedeutung. 95 Prozent der Befragten glauben, dass die Relevanz ihrer Berufssparte in den nächsten Jahren allein aufgrund der demografischen Entwicklung zunehmen wird. Dass die Rolle der Apotheken auch als Beratungsinstanz immer wichtiger wird, sehen immerhin 81 Prozent.

Als Hemmschuh könnte sich hier allerdings erweisen, dass die Branche zunehmend Nachwuchsmangel beklagt. Neun von zehn Apothekern gaben an, kaum noch qualifiziertes pharmazeutisches Personal zu finden. Dies betrifft in erster Linie approbierte Kräfte, mit abnehmender Relevanz aber auch PTA und PKA.

Die Ergebnisse der Umfrage, die im Februar und März durchgeführt wurde, beruhen auf einer stabilen Datenbasis. Von 1.768 versendeten Fragebögen wurden 715 zurückgeschickt. Damit lag die Rückmeldequote bei über 40 Prozent. In die Auswertung sind sowohl die Prozentangaben für die Punkte „stimme voll zu“ als auch „stimme eher zu“ eingeflossen. Sie zeigt ein recht homogenes Bild der Apothekerschaft Nordrheins in der Beurteilung der Probleme, des Selbstverständnisses und der Zukunftsaussichten.

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