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Bunte Seite: 30 Jahre Mauerfall –Apothekerinnen und Apotheker in der DDR

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Während sich nach der Maueröffnung oftmals Probleme bei der Integration vieler in Ostdeutschland ausgebebildeten Berufsgruppen ergaben, erfreuten sich bestehende Apotheken und deren Mitarbeiter der ehemaligen DDR im wiedervereinigten Deutschland bester Zukunftsaussichten.

Nicht nur die umfassende pharmazeutische Bildung des pharmazeutischen Personals genoss in den alten Bundesländern höchstes Ansehen. Die über Jahre gewachsene Infrastruktur des DDR-Apothekenwesens bildete einen der wenigen Bereiche, der dank des Einsatzes seiner Mitarbeiter bis zum Ende des Regimes besser funktionierten als viele andere Wirtschaftszweige. Obwohl das Politbüro seit der Gründung der DDR versuchte, sämtliche Apotheken zu verstaatlichen, befanden sich 1989 noch 26 Apotheken in privatem Besitz.

Die Anforderungen zur Beibehaltung des Status einer freien Apotheke waren jedoch hoch. So mussten die Privatapotheken von ihren Inhabern selbst geleitet werden und wurden nach deren Tod automatisch verstaatlicht, es sei denn, der eigene Familiennachwuchs übernahm das Geschäft.

Um die Verstaatlichung vormals privater Apotheken voranzutreiben, wurden nicht nur die Kinder freier Apotheker bei der Ausbildung, sondern auch die Apotheken bei der Belieferung mit Medikamenten benachteiligt. Diese Benachteiligung förderte jedoch häufig die Eigeninitiative der DDR-Apotheken in Familienbesitz. Kam es wieder einmal, vor allem zum Ende der DDR hin, zu Versorgungslücken, überlegten sich die Apotheker eigeninitiativ Alternativen und stellten entsprechende Arzneimittel oftmals in größeren Mengen einfach selbst her.  Eingeschränkte Verfügbarkeiten entstanden nicht zuletzt aufgrund der Lieferperioden. So belieferte der zentralistisch organisierte Großhandel Apotheken in der Regel nur zwei- bis viermal im Monat. Um die Kunden trotzdem versorgen zu können, organisierten die Apotheken zum Teil Arzneimitteltausch mit anderen Apotheken, was sich aber mit zunehmender Zentralisierung erübrigte, da auch die Kollegen von Lieferschwierigkeiten betroffen waren. 

 

Wer sich intensiver mit dem Thema „Apothekerschaft in der DDR“ befassen möchte, sollte hierfür eine Reise nach Cottbus in Erwägung ziehen. Das Brandenburgische Apothekenmuseum zeigt mehr als 750 DDR-Medikamente und stellt darüber hinaus umfangreiches Infomaterial zur Verfügung, das Auskunft über :  das Apothekenwesen in der DDR gibt.

 

 

 

 

 

 

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