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Top Story April 17

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Über 1,2 Millionen Unterschriften – Breiter Zuspruch für die Aktion „Gesundheitssystem in Gefahr“

Genau 6152 Apotheken – das sind

mehr als 30 Prozent aller niedergelassenen Apotheken in Deutschland – sind dem

Aufruf der ABDA im vergangenen Dezember gefolgt und haben sich an der

Unterschriftenaktion „Apotheke in Gefahr“ beteiligt. Konkreter Anlass für die

Aktion ist die Besorgnis vor möglichen Folgen des im vergangenen Oktober

verabschiedeten EuGH-Urteils.

 

Mit ihrer Entscheidung haben die

Richter ausländischen Versandapotheken beim Vertrieb verschreibungspflichtiger

Medikamente de facto einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Während sie den

Versandapotheken in diesem Warensegment die Weitergabe von Rabatten an Kunden

einräumen, bleibt die Bindung an vorgeschriebene feste Preissetzungen für

deutsche Apotheken weiterhin bestehen. Auf Dauer könnte dies die Existenz

vieler niedergelassener Apotheken bedrohen und zu einem bundesweiten

Apothekensterben führen.

 

Im Gegensatz zu den deutschen

Ballungsgebieten und Großstädten, in denen eine ausreichende Infrastruktur für

die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung besteht, würde ein Rückgang der

Apothekendichte in den dünner besiedelten Regionen wohl am deutlichsten spürbar

werden. Diese Vermutung liegt nahe wenn man einen Blick auf die gesammelten

Unterschriften in den Bundesländern im Verhältnis zur Bevölkerungszahl wirft.

Danach hat Mecklenburg-Vorpommern mit 55.000 Unterschriften die höchste

Beteiligungsquote erreicht. Geschäftsführer der AKMV, Dr. Bernd Stahlhacke: „Als

Flächenland wären wir besonders betroffen, wenn Apotheken wegfielen. Dann wird

der Weg bis zur nächsten Apotheke nämlich noch ein Stückchen weiter – diese

Gefahr haben alle erkannt.“ Nicht nur die Beteiligung der Bevölkerung, auch die

der Apotheken spiegelt die Relevanz des Themas dort wider. Über 70 Prozent

aller Apotheken nahmen hier an der Aktion des ABDA teil.

 

Im verhältnismäßig dünn besiedelten

Schleswig-Holstein und im Saarland konnten ähnlich starke Beteiligungsquoten

registriert werden. Weniger beeindruckend sind die Zahlen aus dem

dichtbesiedelten Bezirk Nordrhein. Die drittgrößte Kammer Deutschlands konnte nur

etwa 17 Prozent der Apotheken mobilisieren. Entsprechend niedrig fiel dort –

mit gerade einmal 0,8 Prozent die Unterschriftenquote aus. Dass die Aktion

aufgrund der großen Resonanz ein klares Signal der Bürger an die Politik ist,

davon ist ABDA-Präsident Friedemann Schmidt überzeugt: "Wenn mehr als eine

Million Bürger mit ihrer Unterschrift eine sozial gerechte und wohnortnahe

Arzneimittelversorgung für die Zukunft einfordern, dann ist das ein klarer

Auftrag in Richtung Politik zu handeln."

 

Langfristig soll es nach dem Willen

der Apotheken in Deutschland aber nicht nur um eine Nachbesserung des

EuGH-Urteils gehen, sondern weitergehend um ein generelles Versandverbot für

rezeptpflichtige Medikamente in Deutschland. Unterstützung hierfür könnte die

hiesige Apothekerschaft vom deutschen Gesetzgeber erhalten. Das

Bundesgesundheitsministerium hat bereits im Dezember 2016 einen entsprechenden

Gesetzesentwurf erarbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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