Das Apothekenlogo: Von Homer zum Patentamt

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Als Markenzeichen für ein Unternehmen, einen Verbund oder eine ganze Zunft sind Logos, denkt man, eher Bestandteil aktueller geschichtlicher Entwicklungen.

Als Markenzeichen für ein Unternehmen, einen Verbund oder eine ganze Zunft sind Logos, denkt man, eher Bestandteil aktueller geschichtlicher Entwicklungen. Betrachtet man jedoch das heute gültige Apothekerlogo – das rote A mit dem Arzneikelch, um den sich eine Äskulapnatter ringelt – dann breitet sich ein durchaus vielschichtiges historisches Panorama aus.

Schon die Schlange hat eine Geschichte, die bis zu Homer und damit zu den (sehr) alten Griechen zurückreicht. Ihren Namen verdankt sie dem griechischen Gott Äskulap, an dessen Wanderstab sie auf antiken Statuen und Abbildungen förmlich zu kleben scheint. Glück hatte sie ihrem Träger allerdings nicht gebracht. Als dessen Heilkunst so weit gediehen war, dass er sogar Tote zum Leben erwecken konnte, erzürnte Äskulap, so heißt es, Gottvater Zeus derart, dass dieser ihn via Blitzschlag ums Leben brachte. Überlebt haben diesen Anschlag seine Tochter Hygieia und wohl auch seine Schlange. Beide verband auf späteren Abbildungen ein Kelch, den Hygieia gerne mit sich trug, und aus dem die Schlange ihren Durst löschen konnte.

Weniger bekannt ist, dass das aktuelle deutsche Apothekenlogo auch hinsichtlich des Designs auf eine äußerst bewegte Vergangenheit zurückblicken kann. Nachdem Jahrhunderte lang eine ganze Reihe unterschiedlicher Embleme (u. a. mit Abbildungen von Löwen, Adlern oder Einhörnern) gegeneinander konkurriert hatten, wurde der Ruf nach Vereinheitlichung gegen Ende der 1920er-Jahre immer lauter. Ergebnis waren schließlich doch wieder zwei Logos: ein von der Hageda entwickeltes „Kreuz mit Kelch und Schlange“ sowie das „Drei-Löffel-Symbol“, das als Sieger aus einem Wettbewerb der Zeitschrift Verunda hervorgegangen war. Ein weiterer Wettbewerb, der bereits nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten stattfand, erkor schließlich das rote „A“ des Werbegrafikers Ernst Paul Weise zum Sieger, statt Kreuz jedoch mit einer Rune versehen. Kurze Zeit später wurde Weise selbst zu einem lebendigen Zeugnis deutscher Zeitgeschichte. Da seine Ehefrau keinen eindeutigen „Ariernachweis“ erbringen konnte, wurde er zeitweise aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen und mit einem Berufsverbot belegt.Sein „Apotheken-A“ aber hat bis heute überdauert. Zwar wurde die Verwendung der Runensymbolik nach Kriegsende untersagt. Ein Entwurf von Fritz Rupprecht Mathieu aber nahm das A wieder auf und verband es mit Äskulapschlange und Arzneikelch zu einem neu kombinierten Logo. Es ist heute als „großes gotisches A auf weißem Grund mit in weißer Ausführung eingezeichnetem Arzneikelch mit Schlange“ – beim Deutschen Patentamt als Verbandszeichen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) eingetragen und wird seitdem durchgängig verwendet.

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