IXOS Topstory: Ausstellung von Folgeverordnungen – Spahn macht Apotheken Hoffnung

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Das Reformpaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Neuregelung des Apothekenmarktes sowie der Gegenentwurf der ABDA wird unter Apothekern heiß diskutiert. Weil Jens Spahn zurzeit aus politischen und europarechtlichen Gründen kein Verbot des Rx-Versandhandels sieht, kommt er den Apothekern in seinem Eckpunktepapier an anderer Stelle entgegen. 

Einer der achtThemenschwerpunkte sieht vor, dass Apotheker zusätzliche pharmazeutischeDienstleistungen mit der Kasse vereinbaren und abrechnen dürfen. Dies würde denApotheker als Heilberufler fördern und Mehreinahmen in Höhe von 240 MillionenEuro pro Jahr bedeuten. Der Abschluss solcher Vereinbarungen soll verbindlich imSGB V verankert werden, die Finanzierung der Leistungen erfolgt über einenFonds, der sich aus 32 Cent pro abgegebener Rx-Packung speist. Die Verteilungder Gelder soll den Apothekern obliegen.

Spahn kommt mit diesem Plan lange gehegten Wünschender Apothekerschaft entgegen. Noch ist jedoch nicht ausformuliert, um welche honoriertenDienstleistungen es sich konkret handeln könnte. Im Gespräch sindMedikationsanalyse, Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), Erfassungdefinierter Gesundheitsparameter oder auch Angebote in der ambulanten Pflegesowie Impfberatung. Es sollten aber keine Selbstverständlichkeiten bepreistwerden, stellte BAK-Präsident Andreas Kiefer klar. Auf dem diesjährigen Fortbildungskongress„Pharmacon“ in Schladming sorgte DAV-Chef Fritz Becker nun für Aufsehen, als ereine weitere Dienstleistungsoption ansprach, die für Konflikte sorgen könnte:Das Recht, Folgeverordnungen auszustellen. Er deutete an, dass die ABDA undSpahn über ein solches Angebot im Gespräch sind. In der Vergangenheit wolltenÄrzte den Apothekern diese Aufgabe, die in anderen Ländern teilweise durchaus schonüblich ist, allerdings nicht überlassen.

BAK-Präsident Kieferäußerte dazu die Hoffnung, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann. Erverwies unter anderem auch darauf, dass Folgeverordnungen in der Apotheke zueiner deutlichen Entlastung überfüllter Hausarztpraxen führen könnten. DieseEinstellung setze sich auch gerade bei jungen Ärzten immer mehr durch. Und: Es werdeim Gesundheitswesen immer mehr Arbeit als Arbeiter geben. Um Missverständnissenvorzubeugen, betonte Kiefer aber auch, dass honorierte Dienstleistungen dieArzneimittelabgabe nur ergänzen, aber keinesfalls ersetzen sollen. EineApotheke ohne Arzneimittel könne und wolle er sich nicht vorstellen.

Am 17. Januar hatte dieABDA auf ihrer Mitgliederversammlung einen eigenen sechs Punkte umfassendenGegenentwurf zu Spahns Plänen verabschiedet. In weiten Teilen stimmen beideEntwürfe überein. Kontroversen beziehen sich hauptsächlich auf die Boni desausländischen Rx-Versandhandels. Während Spahn in seinem Papier lediglich dieDeckelung der Boni auf 2,50 Euro je Packung vorsieht, besteht die ABDA auf derkompletten Abschaffung des Bonus. Einig sind sich Spahn und die ABDA jedoch in derForderung nach zusätzlichen vergüteten Dienstleistungen.

Nun liegt der Ball wiederim Feld der Politik. Der Bundesgesundheitsminister kündigte eine genaue Prüfungder ABDA-Vorschläge an. Der Abschluss eines Gesetzgebungsverfahrens sei fürMitte 2019 angekündigt, hieß es.

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