Bunte Seite: Apotheke der Zukunft

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Die Apotheken in Deutschland stehenin den kommenden Jahren vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen. DerVersandhandel übt im Kerngeschäft zunehmend Druck aus, und im Gleichschritt mitder Digitalisierung stellt die wachsende Anspruchshaltung der Kunden Forderungennach neuen innovativen Geschäftsmodellen. Dazu treiben die deutscheApothekerschaft in den vergangenen Jahren zunehmend Nachwuchssorgen um.

Höchste Zeit, notwendigeVeränderungen offensiv anzugehen und sich mit neuen Modellen fit für dieZukunft zu machen, so das Credo der RST Steuerberatungsgesellschaft. Diesebeauftragte Professor Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzzentrums „Gesundheit“am RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, damit, im Rahmen einerStudie einen Ausblick auf die „Zukunft der Apotheken“ zu wagen.

Dass eine Transformation vonGeschäftsmodellen gerade für Apotheken in strukturschwachen Regionen notwendig ist,zeigte Augurzkys schonungslose Bestandaufnahme des Ist-Zustands anlässlich derVorstellung seiner Studie in der Berliner Vertretung des LandesNordrhein-Westfalen. Kontinuierlich sinkende Apothekenzahlen (z. T. imGleichschritt mit dem zahlenmäßigen Rückgang von Arztpraxen), stagnierende odersinkende Umsätze und Gewinne und ein damit einhergehender Attraktivitätsverlustdes Apothekerberufs betreffen vor allem den klassischen Apotheker-Inhaber.Gerade dieser kann einen Rückgang seiner Einnahmen, z. B. durch einen erweitertenFilialbetrieb, nicht auffangen.

Auch weitere Tendenzen wie etwa diedemografische Entwicklung, Apotheken-Konzentrationen in urbanen Regionen sowie wachsendeAnsprüche an Hardware- und Softwareumgebungen werden, so Augurzky, das klassischeApothekengeschäft in den kommenden Jahren deutlich verändern. Seine Agendafasste der Leiter des Kompetenzzentrums dabei unter der „Vision 2030“ zusammen.Im Mittelpunkt: die zentralisierte Gesundheitsversorgung. Diese könnte dafürsorgen, dass sich die traditionelle Gesundheitsversorgung über Krankenhäuserund Arztpraxen allmählich auflöst und sich in integrierte Gesundheitszentren neuzusammenfügt. Gleichzeitig aber, betont er, gelte es für eine sinnvolleFlächenversorgung mit Apotheken, das bestehende Angebot eher noch stärker zu dezentralisierenund mit der Unterstützung moderner Technologien (z. B. über elektronischePatientenakten) im Sinne der Kunden zu digitalisieren.

In einem sich schrittweiseverändernden Modus der Gesundheitsversorgung in Deutschland sieht Augurzky dieApotheke vor allem in drei Funktionen: als Bestandteil einer zentralausgerichteten Verwaltung als „Campus- oder MVZ-Apotheke“, operativ in derGesundheitsversorgung in Form von „Integrierten Apotheken“ oder „Land- undPflege-Apotheken“ sowie als moderner Dienstleister, in Form von „Beratungs-oder Komfortapotheken“. Dabei gelte nicht unbedingt ein Entweder-oder, sondernje nach Ausgangslage auch ein Sowohl-als-auch. Eine zentrale Rolle bei derzukünftigen Entwicklung sieht Augurzky dabei die Zusammenarbeit von und mit Kooperationenund Verbänden. Schließlich „schaffen diese die Voraussetzungen dafür, dass sichApotheken individueller aufstellen können – auch mit primärärztlichenLeistungen.“

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