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Top Story Juni 2017

Beschreibung

In der Gesundheitsbranche, vor allem im Apothekenumfeld, macht sich das Gespenst der Disruption breit. „Disruption“ bezeichnet dabei eine Art Transformation (oder auch „Zerstörung“) bestehender durch neue Geschäftsfelder und -modelle, ausgelöst durch den Einbruch neuer, innovativer Technologien.

Bei den Apotheken ist es eine Kombination aus hochgeschwindigkeitsfähigem Versandhandel und der Informationsvielfalt digitaler Medien, welche tiefgreifende Veränderungen im Markt auslöst. Ob allgemein oder sehr spezifisch: Wer sich heute jenseits von Arztbesuchen über das Thema Gesundheit informieren will, tut dies in der Regel im Internet; dort stehen ihm dann – wenig seriös gefiltert – reichlich Inhalte zur Verfügung.

Symptome dieser Disruption sind, mit zunehmendem Markterfolg, schnell hochgerüstete Online-Versandapotheken mit optionalen Preis- und Bequemlichkeitsvorteilen für den Kunden. Auf der anderen Seite stillen Marktgiganten wie Google oder Amazon den Hunger nach Gesundheitsinfos mit viel Content bei zweifelhafter Kompetenz. Beide Taktgeber der Transformation gehen dabei längst Bündnisse ein. So hat sich Google in die digitale Krankenversicherung „Oscar“ eingekauft, und auch Amazon ist mittendrin im Geschäft. Nicht nur, dass man mittlerweile rund die Hälfte der Recherchen zu Arzneimitteln an sich zieht; längst nutzt man die Möglichkeit, über „fremde“ Anbieter apothekenpflichtige Medikamente anzubieten und so den Markt mittelbar aufzurollen.

Bedeutet Disruption also tatsächlich die oft herbeizitierte Katastrophe für die Vor-Ort-Apotheken mit ihrem lokalen Umfeld, ihrer pharmazeutischen Beratungskompetenz und ihren Fähigkeiten in der Face-to-Face-Kommunikation? – Nein, und zwar aus den genannten Gründen: Fachwissen, schnelle Anbindung und persönliche Beratung. Was oft übersehen wird: Im digitalen Wandel liegen Gefährdungen etablierter Strukturen, aber auch neue Möglichkeiten verborgen. Nimmt man die Digitalisierung und den Einsatz neuer Medienkanäle vor allem als Chance wahr, öffnet sich ein ganzes Feld neuer Optionen. Smartphone und Apps werden zu Freunden statt Feinden und informieren den eigenen Kundenstamm regelmäßig mit Gesundheitstipps und erinnern an Veranstaltungen oder Marketingaktionen der eigenen Apotheke.

Versand außerhalb der Apotheke – warum nicht? Schließlich handelt es sich dabei nur um einen weiteren Lieferkanal. Wer Geschwindigkeit hier als Chance zur Kundenbindung begreift, hat längst seinen eigenen kleinen Lieferservice, mit dem er möglicherweise keinen Gewinn macht, aber eben doch – ist das entsprechende Medikament nicht verfügbar – besonders treue Kunden bei der Stange hält.

Das Pfund, mit dem Apotheken wuchern können, ist und bleibt aber ihre Fachkompetenz. Zwar werden potenzielle Kunden mit Infohäppchen aus dem Internet überschüttet, umso wichtiger aber ist hier die Rolle des Apothekers als jemand, der solche Inhalte nicht nur einordnen, sondern durch seine eigene Erfahrung ergänzen und vertiefen kann. Auch hier kann die Einbindung digitaler Medien und Instrumente (z. B. eigene Video- oder Audiokanäle, Homepage, Newsletter etc.) innerhalb wie außerhalb der Apotheke die Kommunikation mit den eigenen Stammkunden bereichern, aber auch Marketinganreize für neue Kundengruppen schaffen. 

Preis, Termin & Ort

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