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Digitale Transformation im europäischen Gesundheitswesen: ABDA legt Konzept zur Einführung des elektronischen Rezepts vor

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Ob elektronischer Medikationsplan, elektronische Patientenakte oder E-Rezept, die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran. Ziel muss es sein, die Chancen neuer Technologien für die Apotheken, Patienten und Ärzte so gewinnbringend wie möglich zu nutzen.

In diesem Jahr starten die ersten Vorbereitungen zur Einführung des E-Rezepts, die schrittweise bis 2020 abgeschlossen sein sollen. Das Ziel der Einführung des E-Rezepts ist es, das bisherige Rezept in Papierform in naher Zukunft vollständig abzulösen.

Geht es nach dem Willen der europäischen Kommission, soll das Thema „Digital Health“ in den nächsten zwei Jahren verstärkt vorangetrieben werden. In einem im ersten Quartal 2018 veröffentlichten Kommunikationspapier der EU-Kommission werden der demografische Wandel, der Anstieg von chronischen Erkrankungen und Infektionskrankheiten als akute Problemstellungen benannt, denen man nur durch eine digitale Vernetzung des Gesundheitswesens sinvoll entgegnen könne. Aus diesem Grund hat eine baldige Umsetzung einer zentral organisierten Gesundheitsversorgung innerhalb der EU eine hohe Priorität. Nun sind die einzelnen Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, auf nationaler Ebene die Digitalisierung des Gesundheitswesens zügig voranzutreiben.

E-Rezept auf Trägermedium

Als digitaler Pendant zum papierbasierten Arzneimittelrezept sollen die verschreibenden Ärzte künftig die Rezeptinformationen als E-Rezept auf einem Trägermedium ablegen, damit diese anschließend von Partnern im Gesundheitssystem ausgelesen und weiterverarbeitet werden können. In Deutschland befasst sich die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit einem entsprechenden Konzept und hat dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bereits Anfang August ein zweistufiges Modell zur Einführung des E-Rezepts vorgelegt. Zentrales Anliegen der ABDA ist es, Patienten auch in Zukunft uneingeschränkt die freie Apothekenwahl zu ermöglichen. Die erste Stufe soll nach dem Willen des Verbandes ein regionales Modellprojekt beinhalten, an dem sich zunächst nur Ärzte, Patienten und Apotheker beteiligen.

Der Ablauf
Der behandelnde Arzt erstellt den Datensatz für die entsprechende Verordnung, versieht diesen mit einer elektronischen Signatur und speichert diesen als E-Rezept auf einem sicheren Server. Auch der Patient erhält diesen Datensatz und kann ihn entweder aus seine Smartphone-App oder einen anderen digitalen Speicher, wie seine persönliche Gesundheitskarte, übertragen. Anschließend kann der Patient diese Daten in der Apotheke seines Vertrauens einlesen lassen und wird wie gewohnt von seiner Apotheke pharmazeutisch beraten.

Durch die Aushändigung der Daten direkt an den Patienten bleibe, laut ABDA, die freie Apothekenwahl weiterhin garantiert.

Projekt zur gemeinsamen Entwicklung
Um dieses Thema voranzutreiben und einen deutschlandweiten und industrieoffenen Standard zu entwickeln haben die ABDA, der ADAS (Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser e.V.) und der VDARZ (Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren e.V) ein Projekt zur gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung einer E-Verordnung gestartet. Die Basis der gemeinsamen technischen Entwicklungen wird die Telematik-Infrastruktur sein. Alle Lösungen, die erarbeitet werden, werden mit ihr kompatibel sein.

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