ARMIN

ARMIN - Arzneimittelinitiative Sachsen Thüringen

ABDA-KBV-Modellprojekt wird stufenweise in Sachsen und Thüringen umgesetzt

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) entwickelten zur besseren, patientengerechten Arzneimittelversorgung das ABDA-KBV-Modell (verankert in § 64a des SGB V). Im Januar 2013 haben die Landesapothekerverbände und die Kassenärztlichen Vereinigungen aus Sachsen und Thüringen ebenso wie die Krankenkasse AOK PLUS einem gemeinsamen Eckpunktepapier zugestimmt.

Mit der Umsetzung der Wirkstoffverordnung und des Medikationskataloges starteten zum 01.Juli 2014 die ersten beiden Stufen des ABDA-KBV-Modellprojekts ARMIN. Zum 01.07.2016 startet die dritte Stufe Medikationsmanagement.

Damit können nun auch Patienten der AOK PLUS direkt von den Modellvorhaben profitieren. Mit ARMIN soll die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung erhöht werden. Das Versorgungsangebot fördert eine sichere und korrekte Einnahme der Medikamente und verbessert die Therapietreue von chronisch kranken Patienten im Rahmen eines gemeinsamen Medikationsmanagements von Arzt und Apotheker.

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FAQ: Allgemeines über ABDA-KBV-Modellprojekt ARMIN

1. Was ist ARMIN überhaupt?

ARMIN = Arzneimittelinitiative Sachsen Thüringen

ARMIN ist das Modellprojekt zur Umsetzung des ABDA-KBV- Modells in den Pilotregionen Sachsen und Thüringen.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) + Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entwickelten zur besseren, patientengerechten Arzneimittelversorgung das ABDA-KBV-Modell (Verankert in § 64a des SGB V).

Im Januar 2013 haben die Landesapothekerverbände und die Kassenärztlichen Vereinigungen aus Sachsen und Thüringen ebenso wie die Krankenkasse AOK PLUS einem gemeinsamen Eckpunktepapier zugestimmt. Danach soll das Modellprojekt ARMIN (Arzneimittelinitiative Sachsen Thüringen) in diesen beiden Bundesländern stufenweise umgesetzt werden. Die Teilnahme ist für Arzt, Apotheker und Patient freiwillig. 

2. Einführung des ABDA-KBV-Modells/ ARMIN in drei Stufen?

1.Stufe: Wirkstoff -Verordnung
Verordnung von Wirkstoffen anstelle von spezifischen Präparaten

Die Wirkstoffverordnung sieht vor, dass Ärzte zukünftig Wirkstoff, Stärke, Menge und Darreichungsform verordnen, statt eines Präparats eines bestimmten Herstellers. Die Verordnung enthält eine eindeutige Codierung, bestehend aus einer sechsstelligen Zahlenfolge (WG14-Nummer). In der Apotheke wird dann ein entsprechendes Präparat ausgewählt und nach einer Beratung an den Patienten abgegeben.

2.Stufe: Medikationskatalog Erleichterung der Auswahl des richtigen Wirkstoffs – betrifft nur den Arzt
Der Medikationskatalog unterstützt eine leitliniengerechte Versorgung, indem er auf Wirkstoffbasis Standard- und Reservewirkstoffe für versorgungsrele
vante Indikationen festlegt. Der Wirkstoffkatalog ist nur für die Auswahl des Wirkstoffes durch den Arzt relevant.


3.Stufe: Medikationsmanagement
Überprüfung der Gesamtmedikation (einschließlich der Selbstmedikation), Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei multimorbiden Patienten undVerbesserung der Therapietreue der Patienten.

Das Medikationsmanagement richtet sich an chronischkranke Patienten, die  fünf oder mehr
systemisch wirkende Arzneimittel dauerhaft einnehmen und nicht dauerhaft in einer Pflegeeinrichtung (Heimen) stationär betreut werden. Jeweils ein Arzt und ein Apotheker übernehmen für ein Jahr gemeinsam die Betreuung. Kernstück ist hierbei ein vollständiger und aktueller Medikationsplan für den Patienten, der ihm genau anzeigt, welches Arzneimittel er in welcher Dosierung wann und wie lange einnehmen soll.

Arzneimittelrisiken lassen sich so besser vermeiden.Vom ABDA-KBV-Modell profitieren nicht nur die Patienten - nach einer stufenweisen Einführung des ABDA-KBV-Modells könnte die GKV jährliche Einsparungen in Milliardenhöhe realisieren.  Überprüfung der Gesamtmedikation (einschließlich der Selbstmedikation), Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei multimorbiden Patienten und Verbesserung der Therapietreue der Patienten.
 
Für die im Rahmen des ARMIN Medikationsmanagements vorgesehene, gemeinsame Erstellung und Nutzung eines Medikationsplans erfolgt mit Hilfe eines zwischengeschalteten Medikationsplanservers ein Abgleich zwischen den imPVS des betreuenden Arztes und im AVS des  Hausapothekers gespeicherten Medikationsplänen eines Patienten.

3. Voraussetzung für die Einschreibung / Vertragsteilnahme für Apotheken?


- die Apotheke muss die Mitgliedschaft im jeweiligen Landesapothekerverband nachweisen

- unterschriebene Teilnahmeerklärung (stellt der Landesapothekerverband zur Verfügung)

- Zum Start der Stufe 3 (Medikationsmanagement)
  • Teilnahme an einer entsprechenden Grundlagenschulung
  • Erfüllung der technischen Voraussetzungen (Anbindung an das KV-SafeNet etc.)
    • Weitere Informationen erhalten Sie dazu in Ihrer PHARMATECHNIK Geschäftsstelle

4. Offizielle Ansprechpartner / Kontakt für alle ARMIN-Fragen?

 

Sächsischer Apothekerverband e. V. (SAV)

Thomaskirchhof 12

04109 Leipzig

Tel.: 0341 336520

www.sav-net.de

sav@sav-net.de

Thüringer Apothekerverband e. V. (ThAV)

Thälmannstraße 6

99085 Erfurt

Tel.: 0361 2440870

www.thav.de

info@thav.de

 

5. Offizielle ARMIN –Website?

FAQ: Das Medikationsmanagement

1. Was ist ARMIN Medikationsmanagement und was hat die Apotheke konkret dabei zu tun?

Die Schritte zum Medikationsplan:

  1. Der Apotheker erfasst die Gesamtmedikation

  2. Der Apotheker erstellt einen vorläufigen Medikationsplan

  3. Der Arzt bewertet die Medikation und ergänzt den Medikationsplan

  4. Der Apotheker komplettiert den Medikationsplan

  5. Kontinuierliche Pflege des Medikationsplans

Kernstück des ARMIN Medikationsmanagement wird ein einheitlicher Medikationsplan für den Patienten sein, der die Einnahmesicherheit erhöht. Der Plan zeichnet sich durch eine enge interdisziplinäre Abstimmung zwischen betreuender Apotheke und Arzt aus.


Zu 1. Der Apotheker erfasst die Gesamtmedikation („Brown Bag“- Analyse)

Dazu bringt der Patient zu einem vorab vereinbarten Termin alle Medikamente mit (oder hat sie auf einer Liste notiert), die er aktuell einnimmt. Der Apotheker erfasst die mitgebrachten Arzneimittel im Abgleich zu den ggf. bereits in der Apotheke bekannten Medikamenten. Zusätzlich wird eine Übersicht von individuellen Abrechnungsdaten der letzten sechs Monate (Daten werden von der AOK PLUS bereitgestellt) in die Erfassung einbezogen.

Zu 2. Der Apotheker erstellt einen vorläufigen Medikationsplan

Die Daten werden in der Apotheke hinsichtlich der Arzneimitteltherapiesicherheit pharmazeutisch geprüft. Es wird ein erster, vorläufiger Medikationsplan mit AMTS-Check- Ergebnissen und relevanten Gesprächsinhalten erstellt und an den betreuenden Arzt kommuniziert.

Zu 3. Der Arzt bewertet die Medikation und ergänzt den Medikationsplan

Der betreuende Arzt bewertet den Plan auf die AMTS-Check-Ergebnisse, Dosierung und Verschreibungen (auch die von Fachärzten) und korrigiert oder ergänzt den Medikationsplan. Er komplettiert den Medikationsplan und stellt ihn dem Apotheker zur Verfügung. Ein Informationsaustausch zwischen Arzt und Apotheker erfolgt vor oder nach der Priorisierung.

Zu 4. Der Apotheker komplettiert den Medikationsplan

Der Apotheker komplettiert den Medikationsplan um die aktuellen Handelsnamen der Medikamente und händigt diesen dem Patienten mit entsprechenden Erläuterungen aus. Erstausdruck des Plans.

Zu 5. Kontinuierliche Pflege des Medikationsplans

Die Pflege erfolgt in enger interdisziplinärer Abstimmung zwischen betreuender Apotheke und Hausarzt bei Neu- und Folgeverordnungen, Dosierungsänderungen, Medikationsstopps, arzneimittelbezogenen Problemlösungen, AMTS-Risiken, etc.
Änderungen im Medikationsplan werden unverzüglich dokumentiert und der Patient erhält bei jeder Änderung einen neuen Ausdruck des Medikationsplanes. 

2. Welche Patienten dürfen an der Stufe 3 (Medikationsmanagement) teilnehmen?

Der Patient

  • muss AOK PLUS krankenversichert sein

  • muss mindestens 18 Jahre alt sein

  • muss mindestens 5 Wirkstoffen in der Dauertherapie (retrospektiv mind. 6 Monate) bei der   Einschreibung ins Projekt gleichzeitig anwenden

  • darf nicht dauerhaft stationär in einer Pflegeeinrichtung / Heim betreut werden.

 

3. Wie kann sich ein Patient für ARMIN einschreiben?

 

 

 

 

Der Patient kann sich sowohl bei seinem Hausarzt oder Apotheker einschreiben, der ebenfalls an dem Modell teilnimmt.
Die Einschreibung erfolgt zu gegebener Zeit über ein vierseitiges Einschreibeformular. 

Informationsvideo: Grundwissen zu AMTS und ARMIN

Downloads

Aktuelle Informationen rund um das Thema ARMIN.

FAQ: Allgemeines über ABDA-KBV-Modellprojekt ARMIN 13.05.2015 500 KB

FAQ: Stufe 3 - Das Medikationsmanagement 13.05.2015 400 KB

IXOS Kasse

Bearbeitung von ARMIN Wirkstoffverordnungen

Wir zeigen Ihnen, wie Sie in IXOS schnell und einfach die Eingabe von ARMIN Wirkstoffverordnungen vornehmen können.

Eingabe von Verordnungsnummern

Wirkstoffverordnung

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Seit Juli letzten Jahres können Rezepte der AOK Plus in Sachsen und Thüringen eine Wirkstoffverordnung nach ARMIN enthalten.

Verordnungsnummer

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Der IXOS Rezeptscan bietet bei der Bearbeitung von Wirkstoffverordnungen die optimale Unterstützung. Nach dem Scann wird...

Rabattvertragssuche

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Unter Berücksichtigung der geltenden rechtlichen Vorgaben wird in diesem Beispiel der vorgeschlagene Rabattartikel an die...

Ohne Rabattvertrag

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Alternativ kann direkt an der Kasse oder über die Erweiterte Suche manuell die Verordnungsnummer und die Krankenkasse...

Rabattartikel

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Auch hier wird automatisch der entsprechende Artikel, hier ebenfalls der Rabattartikel zur Auswahl angeboten.

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